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Huawei OceanStor Dorado 3000 V7 im Praxistest: Unabhängige Funktionsanalyse mit VMware ESXi 9.0

All-Flash-Storage-Systeme sind heute das Rückgrat moderner IT-Infrastrukturen – für Banken, Versicherungen und Rechenzentren gleichermassen. Mit der neuen Generation OceanStor Dorado V7 positioniert sich Huawei weiter im Enterprise-Segment. In&Out hat zwei Dorado 3000 V7 Dual-Controller-Systeme unabhängig und neutral auf Herz und Nieren geprüft – mit 59 durchgeführten Tests rund um SAN, NAS und VMware-Integration.

Huawei im Enterprise-Storage-Markt

Huawei wurde 1987 gegründet und beschäftigt heute weltweit über 207’000 Mitarbeitende. Im Bereich Enterprise Storage ist das Unternehmen seit 2016 ununterbrochen im Gartner Magic Quadrant für General Purpose Storage bzw. Enterprise Storage als Leader geführt – ein Beleg für die zunehmende Marktrelevanz, auch in Europa.

Die Produktfamilie OceanStor Dorado V7 ist seit Anfang 2025 erhältlich. Sie skaliert von der Dorado 3000 als Einstiegsmodell bis zur Dorado 18000 mit bis zu 128 Controllern und 6’400 NVMe-Disks à 30 TB – das entspricht einer Rohkapazität von rund 200 PB. Mit aktivierter Deduplizierung und Komprimierung lassen sich nutzbare Kapazitäten von bis zu 500 PB erzielen.

Unabhängigkeit & Transparenz Dieses Whitepaper wurde von In&Out AG im Auftrag von Huawei unabhängig und neutral erstellt. Die Testumgebung wurde von Huawei Schweiz zur Verfügung gestellt. In&Out AG ist ein herstellerneutrales Beratungsunternehmen ohne Vertriebsinteressen.

Testziel und Testumgebung

Ziel des Tests war die Verifikation der funktionalen Leistungsfähigkeit der Dorado-V7-Familie – nicht ein Performance-Benchmark. Hierfür standen zwei Dorado 3000 V7 (Dual Controller, Firmware V700R001C10SPC100) sowie eine serverseitige VMware-ESXi-9.0-Umgebung mit vCenter 9.0.0 zur Verfügung.

Da kein High-Performance-Setup bereitstand, wurde auf einen Leistungstest verzichtet. Dieser soll in einem separaten Schritt nachgeholt werden, sobald entsprechende Hardware verfügbar ist. Die funktionalen Tests sind jedoch repräsentativ für die gesamte Modellreihe OceanStor Dorado V7.

Die Tests gliederten sich in drei Bereiche:

  • Teil 1: SAN-basierte Tests inkl. VMware vVols (VASA / VAAI)
  • Teil 2: NAS-basierte Tests inkl. HyperMetro Aktiv/Aktiv-Setup
  • Teil 3: NGC-Tests (Huawei Next Generation Client als VMware-Plug-in)

Management Summary: 58 von 59 durchgeführten Tests bestanden

Von insgesamt 87 definierten Tests wurden 59 effektiv durchgeführt. 13 Tests konnten mangels Hardware nicht ausgeführt werden (z.B. Szenarien mit zwei VMware-Hosts oder High-Performance-Storage). 15 Tests wurden aus Zeitgründen zurückgestellt.

Von den 59 durchgeführten Tests:

  • 58 Tests vollständig bestanden
  • 1 Test partiell bestanden (SAN / vVols unter Extremlast) 
  • 0 Tests nicht bestanden

Teil 1: SAN-Tests inkl. VMware vVols

Im SAN-Bereich wurden 25 der 40 definierten Tests durchgeführt. Im Fokus standen die VMware-Integration über VASA (vSphere API for Storage Awareness) und VAAI (vSphere API for Array Integration), das Dual-Storage-Aktiv/Aktiv-Setup via HyperMetro (Huaweis Technik zur Aktiv/Aktiv-Spiegelung zweier Storage-Systeme) sowie die vVol-Funktionalität.

Connectivity & VAAI

Alle Basis-Konnektivitätstests verliefen erfolgreich: LUN-Erweiterung, Thin Provisioning, automatische Space Reclamation sowie die VAAI-Funktionen (ATS, Full Copy) funktionierten wie erwartet. Auch iSCSI-Anbindung und LUN-Mapping wurden erfolgreich verifiziert. Eine Auffälligkeit gab es bei der VAAI-Block-Zero-Funktion: Das LUN wurde nach unserer Beobachtung nicht sofort vollständig mit Nullen initialisiert – ein Verhalten, das nicht der Erwartung entsprach, aber keine kritische oder fehlerhafte Situation darstellt.

Hochverfügbarkeit & Failover

Die Hochverfügbarkeitstests lieferten überzeugende Resultate. Nach dem Ausfall einer Interface-Karte oder eines einzelnen Controllers wechselte VMware innerhalb von 20–25 Sekunden auf den verbleibenden Pfad bzw. Controller – ein praxistauglicher Wert für Enterprise-Umgebungen.

Beim HyperMetro-Test (Aktiv/Aktiv-Setup mit zwei Systemen) wurde nach dem Neustart des bevorzugten Storage-Systems ein IO-Unterbruch von rund 10 Sekunden gemessen. Nach dem Neustart synchronisierte sich HyperMetro automatisch und der Betrieb lief wieder auf beiden Systemen – ein erwartungsgemässes Verhalten.

vVols: Fast fehlerfrei – eine Einschränkung unter Extremlast

Die vVol-Tests (VMware Virtual Volumes) verliefen grösstenteils einwandfrei: Online-Snapshots unter IO-Last, QoS-Policy-Enforcement, Online-Disk-Erweiterungen und Restores funktionierten reibungslos.

Einzig Test 7.2 – die Online-Migration eines LUNs von einem vVol-Datastore auf einen VMFS-Datastore unter sehr hoher IO-Last (vdbench) – wurde nur partiell bestanden: Die Migration konnte erst vollständig abgeschlossen werden, nachdem die Last reduziert wurde. Dieses Szenario ist in der Praxis eher atypisch; ein kritisches Verhalten liegt nicht vor.

Teil 2: NAS-Tests inkl. HyperMetro Aktiv/Aktiv

Im NAS-Bereich wurden alle 11 durchgeführten Tests erfolgreich abgeschlossen. Besonders hervorzuheben ist das in der Version V7 neu eingeführte Aktiv/Aktiv-Setup für Filesysteme: Ein NAS-Dateisystem kann damit auf zwei Storages gleichzeitig gespiegelt und genutzt werden – ein relevantes Feature für hochverfügbare File-Services.

Getestete Schwerpunkte:

  • IPv6-Support: Datenspeicher über IPv6-basierten Mount erfolgreich eingebunden
  • VAAI-NAS: Hardware-beschleunigte VM-Klonierung (14 Sekunden) und Migration (152 Sekunden) bestätigt
  • Kerberos-Authentifizierung: IP-Adressänderung des Logical Port bei aktiviertem Kerberos erfolgreich
  • HyperMetro NAS: Split und Resynchronisation ohne IO-Unterbruch; Failover bei Controller-Neustart mit erwarteter kurzer Pause von 15–20 Sekunden

Teil 3: NGC – Huawei-Storage direkt aus dem vCenter verwalten

NGC (Next Generation Client) ist ein Huawei-Plug-in für VMware vCenter, das die Verwaltung von Huawei-Storage-Systemen direkt aus der VMware-Oberfläche ermöglicht. Die NGC-Software wird auf einer Red-Hat-VM installiert und als vCenter-Plug-in eingebunden.

Alle 23 durchgeführten NGC-Tests wurden bestanden. Konkret wurden folgende Funktionen erfolgreich verifiziert:

  • Storage Device Management: vStores hinzufügen, bearbeiten, entfernen
  • Storage Resource Association: automatisches Scanning von Datastores, manuelle Zuordnung
  • Storage Resource Management: Datastores erstellen, modifizieren, löschen
  • Snapshot Management: Snapshots erstellen, entfernen, scannen; Datastore und VM aus Snapshot erstellen und wiederherstellen
  • HyperCDP Object Management: CDP-Snapshots (Continuous Data Protection) vollständig verwalten

Nicht durchgeführt wurden die HyperMetro Pair Management Tests (zwei Storage-Systeme erforderlich) sowie die ursprünglich geplanten vRO/vROps-Integrationstests (VMware vRealize Orchestrator/Operations), welche aus Zeitgründen zurückgestellt wurden.

Kritische Bewertung: Was überzeugt – und was bleibt offen

Was positiv auffällt

  • Stabile VMware-Integration: VASA, VAAI und vVols funktionieren zuverlässig – das ist keine Selbstverständlichkeit bei neueren Plattformen.
  • Aktiv/Aktiv-Hochverfügbarkeit: Sowohl für SAN als auch für NAS überzeugend getestet, mit praxistauglichen Failover-Zeiten.
  • NGC als Management-Schnittstelle: Die nahtlose Verwaltung aus dem vCenter heraus reduziert den Betriebsaufwand spürbar.
  • Skalierungsspanne: Von der Dorado 3000 bis zur Dorado 18000 deckt die Produktfamilie ein breites Spektrum ab.

Was noch fehlt oder offen bleibt

  • Kein Performance-Benchmark: Das verfügbare Test-Setup war nicht geeignet für Leistungsmessungen. Dieser Test steht noch aus.
  • SRM- und DR-Tests nicht durchgeführt: Storage Resource Management und Disaster-Recovery-Szenarien wurden aus Zeit- und Ressourcengründen ausgelassen. Für kritische Infrastrukturen ist dieser Bereich entscheidend.
  • vRO/vROps-Integration: Die Anbindung an VMware Operations und Orchestrator konnte nicht getestet werden.
  • Komplexität: Die Bedienung ist intuitiv – bei der hohen Funktionsdichte aber durchaus anspruchsvoll. Schulung und Einarbeitungszeit sind einzukalkulieren.

Fazit

Die Huawei OceanStor Dorado 3000 V7 zeigt in den durchgeführten Tests eine solide und zuverlässige Funktionalität. Stabilität, VMware-Integration und Hochverfügbarkeit auf SAN- und NAS-Ebene sind auf dem Niveau, das man von einem Enterprise-All-Flash-System erwarten darf. Im SAN-Bereich gab es zwei Auffälligkeiten: Bei einer hardwarebeschleunigten LUN-Initialisierung (VAAI Block Zero) wurde das LUN nicht sofort vollständig mit Nullen initialisiert, wie erwartet. Und die Online-Migration eines LUNs von einem vVol-Datastore auf einen VMFS-Datastore konnte unter sehr hoher IO-Last erst nach Reduktion der Last vollständig abgeschlossen werden (partiell bestanden). Beide Befunde sind kein K.O.-Kriterium.

Für Unternehmen, die eine leistungsfähige All-Flash-Plattform mit tiefer VMware-Integration suchen, ist die Dorado V7 Familie eine ernsthafte Option. Ob sie im konkreten Kontext die beste Wahl ist, hängt von Anforderungen ab, die dieser Test nicht abdecken konnte – insbesondere Performance unter Last und DR-Funktionalität in komplexen Szenarien.

In&Out wird diese Tests nachholen, sobald ein geeignetes High-Performance-Setup verfügbar ist.

Die detaillierten Testprotokolle zu allen drei Testbereichen stellen wir gerne zur Verfügung. Zum Download.

Andreas Zallmann, CEO, Bereichsleiter Technology

Ich bin Informatiker und seit über 25 Jahren für die In&Out AG tätig – seit 2016 als CEO und seit 2020 als alleiniger Inhaber. Mein Fokus liegt auf IT-Backend-Infrastrukturen, Ausschreibungen, Benchmarking und Ransomware-Schutz. Wichtig ist mir eine produktneutrale Beratung mit hoher Effizienz und Umsetzungskompetenz – immer im Sinne des Kunden.

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